Liegeräder – und hier vor allem Velomobile – benötigen häufig spezielle, bei anderen Fahrradtypen eher selten verwendete Teile. Aufgrund der vergleichsweise geringen Stückzahlen sind es aber eben nicht Shimano und SRAM, die diese dann herstellen. Es sind kleinere Firmen, of gegründet von Liegerad-Enthusiasten, die sich der Produktion und Verbesserung dieser speziellen Teile annehmen. Lutz Söhnchen und Jörg “Joggl” Leupold nervte es, dass für Velomobile keine leichten Laufräder zu bekommen waren. Das scheiterte schon daran, dass es die in den meisten Velomobilen verbauten, einseitig aufgehängten Sturmey-Archer Trommelbrems-Naben ausschließlich mit 36 Speichenlöchern gab. Auch leichte Ketten als Meterware, Kettenrohre, und Kettenleitrollen waren nur schwer oder in mangelhafter Qualität zu kaufen. Die beiden gründeten also Gingko-Spezialradteile und bieten nun an, was ihnen vorher am Markt fehlte.
Besagte S&A Naben (70 und 90mm) sind nicht nur in 28-, 32- und 36-Loch zu bekommen, sondern auch gleich noch schwarz eloxiert. Ein Laufrad mit der 70mm S&A Trommelbremsnabe, 28 CX-Ray Messerspeichen und einer leichten aber breiten (25.6mm Innenbreite) 406er Felge wiegt da gerade einmal ca. 770g. Und das ist noch lange nicht das Ende der Gewichtsreduktion! Gingko arbeitet daran, diese Nabe noch leichter zu machen, trotz aursreichender Sicherheitsreserven. Hierfür werden in Zukunft die Nabengehäuse abgedreht und mit Kühlrippen versehen. Außerdem sind die beiden mit einem Hersteller von Bremsbelägen im Gespräch, mit dem Ziel in Zukunft bessere Bremsbeläge für die S&A Trommelbremsen anbieten zu können.
Derzeit wohl nur bei Gingko-Spezialradteile bekommt man
- Sapim CX-Ray Speichen in den Längen 146mm, 148mm, 154mm + 156mm (sonst erst ab 178mm erhältlich)
- Sturmey Archer SD-Nabenhülsen 70mm und 90mm in den Lochzahlen 28 und 32
- extrem breite Felgen (25,6mm) mit einem Gewicht von 315g (+/- 10g)
Außerdem findet man dort den leichtesten faltbaren Drahtreifen in 32-406 (Panaracer Minits lite PT). Er wiegt um die 160g (auch in 28-451 erhältlich, bei genügend Nachfrage wäre auch ein 559er Reifen der gleichen Art möglich). Der max. Druck ist mit 7bar angegeben. Des Weiteren gibt es von dieser Firma den leichtesten Schlauch in 406mm (51g). Eine verstärkte Version mit Pannenschutzstreifen wird es auch geben. Dieser wiegt dann 15g mehr.
Die Gingko-Kettenleitrollen sind ohnehin in der Szene ein Begriff. Die nächste Generation soll deutlich leichter werden. Gingko importiert außerdem Yaban-Ketten (Zulieferer von Point). Die Ketten gibt es in Hohlpin, SL-Version, Titan, 6-11-fach, von der Rolle bis 150 Meter.
Für die Zukunft haben Lutz und Jört aber noch so einiges vor. Unter anderem Stehen Kettenblätter aus Carbon/Alu auf ihrer Wunschliste und ein Carbon/Alu-Vorbau. Alle diese Teile werden von diversen Fahrern und den beiden selbst getestet. Das Ziel von Gingko-Spezialradteile ist es, haltbare Leichtbaukomponenten zu bezahlbaren Preisen anzubieten und liefern an Hersteller, Händler und Endkunden.
Viel Glück für die Geschäfte wünscht BentBlog.de!

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