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“Der Lamborghini unter den Velomobilen” ein Interview mit Michael Beyss und Daniel Fenn

Die Nachricht eines neuen Velomobils von Go-One Hersteller Beyss ging vor einigen Wochen durch die Velomobilszene. Mittlerweile habe ich es geschafft, ein Interview mit Michael Beyss und Daniel Fenn, die die Rennversion des Go-One Evolution (dann mit dem zusätzlichen Buchstaben R) geimeinsam entwickelten.

Ich habe keine guten Photos, aber auf der Spezi wurden viele Photos gemacht und Ihr könnt sie Euch auf den Websites der Leute ansehen, die dort waren. Außerdem vergesst nicht www.droplimits.de zu besuchen, die Website des deutschen Rekordteams. Dort sind viele Photos und Zusatzinformationen zu finden. Zwischenzeitlich ist das dritte Evo-R- im Bau und sein zukünftiger Eigner berichtet über seine Herstellung im deutschen Velomobilforum.

BentBlog: Daniel, Du bereitest Dich seit einiger Zeit auf den 24h Rekordversuch vor. Du belässt es aber nicht beim Training an Dir selbst, Du hast auch dein Rekordfahrzeug in Eigenregie gebaut. Wie kam es dazu?

Daniel: Ich möchte dreirädrig angreifen und dafür gibt es außer dem Evo für mich nur den Milan SL. In einem Fahrzeug in den man fast 24h am Stück verbringt sollte schon alles ganz gut auf einen abgestimmt sein. Der SL ist mir aber an den Beinen zu schmal. Mit dem Sitz habe ich sowieso größere Probleme. Am wichtigsten ist aber, dass ich mich während der Fahrt nach vorne beugen kann. Wenn ich das nicht ab zu mache, roste ich regelrecht an der unteren Rückengegend durch mein Handycap. Das waren zuviele Probleme die es galt in Griff zu bekommen. Antriebstechnisch finde ich normale Mobile verbesserungswürdig. Da bot sich doch ein kompletter Neubau an.

BentBlog: Was für ein Gefühl ist das für Dich, Michael, wenn ein Top-Sportler mit einem Deiner Fahrzeuge einen solch prestigeträchtigen Rekord holen möchte?

Michael: Fühlt sich gut an! Zudem kann Daniel zeigen welches Potential in so einem Fahrzeug steckt, und es auf Herz und Nieren testen.

BentBlog: Tut es da ein bisschen weh, dass er das Ursprungsfahrzeug stark modifiziert hat?

Michael: Nein überhaupt nicht. Um ein noch schnelleres Fahrzeug als das Evolution zu bauen mussten weitere Veränderungen her, zudem sieht es weiterhin gut aus. Man sieht dem –R- an das es schnell ist.

BentBlog: So, kommen wir mal zu den harten Fakten, was habt Ihr alles am originalen Evo verändert?

Daniel: Es ist etwas kürzer, dabei 8cm schmaler und am Kopf um die 10 cm tiefer. Die Radkästen haben deutlich an tiefe verloren.

BentBlog: Wie haben sich die Dimensionen des Fahrzeugs verändert (Länge, Breite, Höhe, Radstand)?

Daniel: L 266cm, B 64cm, H 85cm, Radstand 133cm, Spurbreite 66cm  BentBlog: Wie verhält sich denn das Gewicht im Vergleich zum Evolution?

Michael: Durch die Kohlefaser/Kevlar/Wabenbauweise ist es uns gelungen ein supersteifes Fahrzeug mit einem Gewicht von knappen 20 Kg auf die Räder zu stellen. Für größere Fahrer planen wir, das Evolution auch demnächst in der gleichen Bauweise anzubieten.

BentBlog: Das ist interessant. Neben dem leichten Evolution gibt es ja neuerdings ein neues leichtes Strada, ein leichtes Quest ist wohl im Bau. Auch WAW peilt ein 20kg-VM an: Erleben wir in der VM-Branche gerade den nächsten Evolutionsschritt?

Michael: Ich hoffe doch sehr das sich die VM-Branche insgesamt weiter entwickelt, gerne nehmen wir da die Vorreiterrolle ein. Allerdings muss man ganz klar sehen, das extremer Leichtbau auch extremen Mehraufwand/Mehrpreis in Bezug auf Arbeitszeit und Material- und Komponentenauswahl bedeutet, dies ist dann leider auch mit einem sehr hohen Mehrpreis verbunden.

BentBlog: Welche Komponenten hast Du verbaut Daniel?

Daniel:Srm,SramXX

BentBlog: Kannst Du, im direkten Vergleich zum Standard-Evo – beschreiben, wie die Fahreigenschaften sich verändert haben?

Daniel: Zu meinem alten hat sich der Antrieb extrem verbessert. Ansonsten ist es einfach deutlich Leichtfüßiger.

BentBlog: Wie schätzt Du denn deine Maßnahmen in Bezug auf die Geschwindigkeit ein? Hast Du schon Meßwerte aus deiner SRM-Kurbel?

Daniel:So einfach ist das nicht hier verbindliche Aussagen zu treffen. Aber wenn ich bei geöffnetem Dach 48km/h bei 180Watt sage ist das im Regefall nicht übertrieben für die Serie.

BentBlog: Michael, Ihr werdet das Evo R als Serienfahrzeug produzieren. Wird die Serie von Daniels Rekordfahrzeug abweichen?

Michael: Es wird wahrscheinlich im Großen und Ganzen fast genauso umgesetzt werden. Jedoch sollte es einen verstellbaren Sitz zur Feinanpassung haben. Ansonsten wird das Evo-R- genau auf den Fahrer angepasst.

BentBlog: Wirst Du selbst auch ein Evo-R fahren?

Michael: Mein eigenes EVO–R- ist gerade im Bau und steht schon auf eigenen Rädern, es ist im Prinzip bis auf wenige Kleinigkeiten das gleiche Fahrzeug wie Daniels.

BentBlog: Darf ich fragen, was ein derartig exklusives Fahrzeug in etwa kosten wird?

Michael: Der Preis für ein EVO–R- steht noch nicht ganz genau fest wird sich aber um die 12.000 Euro bewegen. Dafür bekommt der Kunde aber auch ein speziell auf Ihn angepasstes, komplett fahrfertig aufgebautes Kohle/Kevlar-Wabenfahrzeug mit Hardtop, Licht, gehärteten Scheiben und besten Komponenten. Mit einem Abfahrgewicht um die 20kg ist dieses Fahrzeug dann quasi der Lamborghini unter den Velomobilen.

BentBlog: Wie stark hilft es bei der (Weiter-)Entwicklung eines Velomobils jemanden wie Daniel zu haben, der mit dem Gerät an’s Limit geht? Ist Daniel schon Beyss-Angestellter?

Michael: Es ist eine interessante und hilfreiche Erfahrung  ein Fahrzeug aus der Sicht eines leistungsstarken Sportlers zu sehen und dann zu optimieren. Bemerkenswert finde ich auch wie er z.b. 10 Stunden damit verbringt ein Federbein um 150 gr. zu erleichtern, aber das Ergebnis spricht für Ihn. Er ist noch kein Beyss-Angestellter, aber Gespräche sind im Gange. Was er aber auf jeden Fall schon ist, ist ein sympathischer Mensch und ein detailverliebter Tüftler.

BentBlog: Daniel, abgesehen von diesem tollen Fahrzeug, was macht das Training? Bist Du innerhalb Deines Zeitplans?

Daniel: Im Moment habe ich keine Hektik.

BentBlog: Es ist bekannt, dass Du den 24h Rekord holen willst. Hast Du dir eine Vorgabe für Dich selbst gemacht, wie weit Du in der Zeit fahren willst? Wirst Du auch den 12h Rekord angreifen?

Daniel: Das muss in erster Linie das Fahrzeug hergeben.

BentBlog: Du hast kürzlich am DLC-Rennen in Paderborn teilgenommen. Wie waren die Erfahrungen: Wird das Evo nochmal wesentlich verändert?

Daniel: Nein das Fahrzeug ist wesentlichen OK, natürlich gibt es immer noch kleinere Detailverbesserungen.

BentBlog: Welche Rolle spielen die Reifen? Weißt Du schon, welche Du fahren wirst?

Daniel: Da es keine besonders große Auswahl gibt werde ich voraussichtlich den von Schwalbe gestellten Spezialreifen verwenden. Erste Tests sind viel versprechend.

BentBlog: Ich wünsche Euch beiden, dass Ihr viel Erfolg mit den VM aus dem Hause Beyss habt. Michael, Daniel vielen Dank für dieses Gespräch!

4 comments to “Der Lamborghini unter den Velomobilen” ein Interview mit Michael Beyss und Daniel Fenn

  • Josh T

    Examining the websites for both the German and US branches of the company, I don’t yet see any mention of the much lighter 20kg EVO-R velomobile.

    Has the project been scrapped for some reason?

  • Tthough their website is not up to date, a couple of Evo-R has been built. They are built according to the wishes of the customers, hence you cannot really speak of a series. If you wish specific information about the R, just mail to Michael Beyss (address on the go-one.de website)…

    Best wishes,
    Chris

  • Josh T

    Thank you very much, Chris!

  • i like to see the go-one bike in australia and i live in south australia in where we have the solar car chellenge from darwin to adelaide i live in coober pedy where the weather is hot and fine i like to see the velo bike here in australia and if there is a possible of getting in to a francechise to sell these go-one bikes would sell in australia very well ….

    keep up the good work micheal all the best

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